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20. June 2007

Infos und Tipps

Datendurchsatz: Highspeed als Herstellermärchen

Für viele Anwendungen spielt die Geschwindigkeit eine wichtige Rolle. Die Hersteller von WLAN- und Bluetooth- Hardware machen diesbezüglich oft viel Tamtam, wenn sie ohne Hemmungen die theoretisch möglichen Datendurchsatzraten anpreisen: 11 MBit/s bei Wireless LAN nach dem derzeit vorherrschenden Funkstandard 802.11b und 1 MBit/s bei Bluetooth in der derzeitigen Version 1.1. Beim Highspeed-WLAN 802.11a sollen es gar 54 MBit/s sein.

Doch zwischen der auf nahezu jeder Produktverpackung vollmundig beworbenen Maximalgeschwindigkeit und dem tatsächlich nutzbaren Datendurchsatz liegen oft Welten. Vorneweg: Mehr als 6 MBit/s Nutzungsdaten sind bei einem 11-MBit-WLAN aufgrund des so genannten Protokoll-Overheads, also der für die Kommunikation erforderlichen und mit übertragenen Netzwerk-Verwaltungsdaten, ohnehin nicht drin.

Bei den im Rahmen dieses Beitrags durchgeführten Messreihen haben wir einerseits WLAN-Hardware unterschiedlicher Hersteller miteinander kombiniert und andererseits WLAN-Geräte eines Herstellers untereinander Daten austauschen lassen. Insgesamt erbrachten unsere Testmessungen recht ernüchternde Ergebnisse. So lag der in der Praxis erzielbare Datendurchsatz bei guter Funkverbindung und eingeschalteter WEP-Verschlüsselung je nach verwendeter Hardware-Kombination nur bei knapp 3,8 bis 4 MBit/s.

Ohne WEP-Verschlüsselung gingen die Daten deutlich schneller über den Äther. Wir raten jedoch im Hinblick auf die dadurch entstehenden Sicherheitsrisiken davon ab, in einem Wireless LAN Datenpakete ohne Online-Verschlüsselung zu übermitteln. Im Übrigen gab es, abhängig von der Position unseres Notebooks, starke Geschwindigkeitsschwankungen.

Anschaffungskosten: Inzwischen recht moderat

Die Gesamtkosten für ein WLAN setzen sich zusammen aus den Kosten für Access Points und den Ausgaben für die Funknetzkarten der einzelnen Arbeitsstationen. Gute Access Points mit 11 MBit gibt es bereits ab 100 Euro, teure Geräte kosten leicht über 300 Euro. Einfachen Geräten fehlt es mitunter an umfangreichen Verwaltungs- und Konfigurationsfunktionen, die aber nur für große Firmennetze wichtig sind.

PC-Cards für Notebooks und PCI-Karten sowie alternativ USB-WLAN-Adapter für PCs erhalten Sie ab etwa 80 Euro. Einsteiger sind meistens mit einem Kombipaket gut beraten, das einen Access Point sowie zwei oder mehr Funkkarten enthält und als so genanntes Starter-Kit angeboten wird. Solchen Einsteigerpaketen liegt im Unterschied zu Einzelkomponenten meistens eine ausführlichere Installationsanleitung bei, die bei der Einrichtung des eigenen Funknetzes hilfreich ist.

Übrigens gibt es vereinzelt noch Geräte, die mit 1 oder 2 MBit/s arbeiten, als Ramschware im Handel zu kaufen. Diese Technik ist aber völlig veraltet. Da die niedrige Geschwindigkeit Ihre Geduld in der Praxis oft sehr stark strapazieren würde, raten wir vom Kauf solcher Geräte ab

WLAN-Hardware: Darauf sollten Sie achten

Die aktuelle WLAN-Gerätegeneration arbeitet nach dem Standard 802.11b - deshalb sind die Geräte unabhängig vom Hersteller miteinander kompatibel. Access Points oder WLAN-DSL-Router arbeiten also zum Beispiel problemlos mit Karten unterschiedlicher Hersteller zusammen.

Unterschiede zwischen den Grundfunktionen der Geräte gibt es fast keine, denn der 802.11b-Standard schreibt alle wichtigen Basisfunktionen genau vor. Nur wenn Sie schnelle Geräte mit 22 MBit/s anschaffen wollen, sollten Sie sich im Hinblick auf die Kompatibilität besser auf Produkte eines Herstellers beschränken. Auch in puncto Reichweite liegen alle Geräte eng beieinander und weisen keine großen Abweichungen auf - auch wenn die Verpackungsaufdrucke das weismachen wollen.

Allerdings bieten nur wenige WLAN-Adapter und Access Points eine Anschlussmöglichkeit für externe Zusatzantennen, die normalerweise aber ohnehin nur in Firmennetzen zum Einsatz kommen. Sogar die mitgelieferten Dienstprogramme und die Treiber ähneln sich - wenig verwunderlich, basieren viele WLAN-Adapter doch auf dem Chipsatz des gleichen Herstellers.

Unter Windows XP benötigen Sie zur Konfiguration der WLAN-Optionen keine Zusatzprogramme mehr, sofern die Karte über einen vollwertigen Windows-XP-Treiber verfügt. Das sollte bei allen aktuellen WLAN-Geräten der Fall sein - besser prüfen Sie das Treiberangebot des Herstellers auf seiner Support-Website aber vor dem Kauf. Hier finden Sie auch aktualisierte Treiber, die Sie bei der Installation verwenden sollten.